HP’s Teufelskreis der Probleme

So wie fast jeder auf der Welt weiß, steht HP (gegründet in '38) weltweit an der Spitze von der Produktion von Hardware und Software. In 2004 wollte HP verschiedene lose ERP Systeme in ein zentrales mySAP ERP System migrieren. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeitete HP mit 7 verschiedenen Bestellsystemen und der Übergang zu einem System sollte zu folgendem leiten: Verkürzung von Lieferzeiten, Kostenersparnisse und der Aufbau eines globalen Systems für die Distribution. Die Implementierung von einem so großen Projekt ist nie ohne Probleme. Einige Projekte haben mehr Schwierigkeiten als andere. Es ist dann auch sehr wichtig Szenarios zu bedenken, was alles falsch laufen gehen könnten bei der ERP Implementierung. Die Verantwortlichen für das Implementierungsprojekt bei HP haben ihre Arbeit gut gemacht und sorgfältig Szenarios bedacht, welche Probleme auftreten könnten. Allerdings hätte niemand vorher erahnen können, dass alle Probleme gleichzeitig auftreten könnten.

Eine gute Vorbereitung ist manchmal nicht genug

Wie vorher gesagt waren die Manager vorbereitet und es wurde in Rechnung gezogen, dass die ERP Implementierung einen negativen Effekt auf die Ergebnisse von HP haben könnte. Eine ernsthafte Störung der Arbeitsabläufe wurde eingeplant für drei Wochen. Danach sorgte HP für eine Zunahme im Vorrat, so dass eventuelle Produktionsprobleme während der Migration abgefangen werden können. Seit dem Zeitpunkt, wo die Migration live ging, kamen Probleme ans Licht. Durch ernste Programmierfehler klappte es nicht Bestellungen auf das neue ERP System zu übertragen. Dieses Problem wurde innerhalb eines Monats gelöst, aber der Rückstand, der hierdurch verursacht wurde, sorgte für große Probleme. Es war zu wenig Personal verfügbar, um die nicht-importierten Daten per Hand zu verarbeiten. Es entstanden viele „kleine“ Probleme, die zusammen zu einem größeren Schaden führten.

Schlechte Kommunikation.

Ohne gut-funktionierendes ERP System war die Kommunikation zwischen Arbeitnehmern, die verantwortlich waren für reinkommende Bestellungen und den Abteilungen für Kommissionierung und Transport sehr mühsam. HP hatte niemanden, der diese Kommunikation überwachte und gut steuerte.

Schlechtes Datenmangement.

Nicht nur die Programmierfehler sorgten für Probleme. Auch war das Produkttraining nicht in Ordnung, wodurch wichtige Daten unvollständig oder verkehrt eingegeben wurden durch neue Benutzer des ERP Systems.

Schlechte Prognosen.

Obwohl HP extra Inventar zugelegt hat, um der Nachfrage während der Migration nachzukommen, wurden die erwarteten Verkäufe in dieser Periode enorm unterschätzt worden. Dies sorgte dafür, dass HP rasend schnell durch seinen Vorrat ging und schnell mit Lieferproblemen zu kämpfen hatte.

Missachtung von Anpassungen.

HP hat eine gute Einschätzung gemacht, wie das System mit standardisierten Produkten umgehen sollte. Sie haben jedoch nicht genügend Aufmerksamkeit auf Spezifikationen von Kunden eingegangen. Dies sorgte dann dazu, dass viele von diesen Spezifikationen nicht verarbeitet wurden, was zu einer hohen Anzahl von Retouren leitete. Dies sorgte wiederum für einen größeren Rückstand.

Lektionen für die Zukunft

HP hatte also kein großes Problem, alle Rückschläge wären individuell überwindbar. Das Problem war viel mehr, dass diese gleichzeitig auftauchten und sich so gegenseitig verstärkten. Der Rückstand wuchs durch eine unerwartete Zunahme an Nachfrage, dieser Rückstand wurde zunehmend verstärkt durch Kommunikationsprobleme während der Bestellverarbeitung und ein relativ hoher Prozentsatz wurde zurückgesendet. Dies sorgte letztendlich zu einem Rückstand von 160 Millionen Dollar in offenen Bestellungen. Die Endkosten der Implementation waren deshalb 600% höher als im geplanten Budget. Das Debakel bei HP bringt uns wieder wichtige Lektionen für die Zukunft bei. Es ist nicht genug um alle potentiellen Probleme zu erkennen. Überprüfe während der Vorbereitung auch immer den Moment und die Folge in der Probleme auftauchen könnten und wie sie sich gegenseitig verstärken könnten.

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